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Luftbild Gelände Ehrenbürgstraße 9. Quelle: Jens-Tibor Homm

Stadtrat beschließt Sanierung ehem. Zwangsarbeiter*innenlager Ehrenbürgstraße

Das Gelände der Ehrenbürgstraße 9 ist einzigartig in Süddeutschland: In den acht Baracken waren während der NS-Diktatur rund 1.000 Zwangsarbeiter*innen untergebracht. Sie waren unter anderem aus Polen, der Sowjetunion und Italien nach Deutschland verschleppt worden und mussten vorrangig im nahegelegenen Reparaturwerk der Reichsbahn Waggons für Kriegszwecke umrüsten. Nach dem Krieg nutzten gewerbliche Betriebe die Baracken, seit einigen Jahren beleben Künstler*innen und Handwerker*innen diesen historischen Ort. Nun soll das Areal im Rahmen des Städtebauförderungsprogrammes „Sozialer Zusammenhalt Aubing-Neuaubing-Westkreuz“ in Zusammenarbeit mit den derzeitigen Nutzer*innen ein Erinnerungsort zur Geschichte der Zwangsarbeit werden. Zudem soll es über das Gelände eine attraktive Fuß- und Radwegverbindung für die umliegenden Viertel geben.

Das planerische Gesamtkonzept wurde 2021 im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt. Der Stadtrat erteilte nun den Projektauftrag und genehmigte die Ausführung von vorgezogenen Maßnahmen. Die Beschlussvorlage, die dem Stadtrat vorgelegt wurde, finden Sie unter diesem Link. Die Kosten inklusive Risikoreserve belaufen sich auf rund 26 Millionen Euro. Alle Baracken, die vorhandenen bauzeitlichen Zaunreste sowie zwei Kleinbunker sind Einzeldenkmäler. Sie sind vom Verfall bedroht, und eine Sanierung ist dringend notwendig. Weitere Infos zum Projekt finden Sie unter diesem Link