Fotograf: Jens-Tibor Homm

Stadtrat gibt grünes Licht für Gedenkstätte an der Ehrenbürgstraße

Heute beherbergen sie Künstler, Handwerker, eine Kita sowie die Kinder- und Jugendfarm. Doch während der Zeit der NS-Herrschaft waren die Baracken des Zwangsarbeiterlagers an der Ehrenbürgstraße in Aubing ein Ort des Unrechts In einem Beschluss hat der Stadtrat nun die Grundlagen für das weitere Vorgehen gelegt.

In einem ersten Schritt hat die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung im Auftrag der Landeshauptstadt München eine Baracke saniert, die nicht genutzt wurde. Dort und in einer weiteren Baracke soll in den nächsten Jahren eine Außenstelle des NS-Dokumentationszentrums zum Thema Zwangsarbeit entstehen. Alle derzeitigen Mieter sollen auch in Zukunft auf dem Gelände bleiben können. Sie werden aktiv in die Planung eingebunden. Das NS-Dokumentationszentrum möchte vor allem die Außenräume auch für Nutzungen aus dem Stadtteil, beispielsweise Schulklassen, öffnen. Der frühere Appellplatz soll zum offenen Kommunikationsraum werden, der eine lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte ermöglicht. Mobile Sitzgelegenheiten sollen auch von anderen Mietern des Geländes und von Initiativen aus der Nachbarschaft genutzt werden können. Auf den Freiflächen sollen Informationsstelen die Funktionsweise des Lagers und seine Geschichte nach 1945 erklären. Ein Schwerpunkt wird auf Biographien der Gefangenen gelegt, die das NS-Dokumentationszentrum seit einigen Jahren erforscht. Dazu wurden noch lebende Zeitzeugen gesucht und interviewt. Ihre Erlebnisse werden multimedial aufbereitet. Mit dem nun erfolgten Grundsatzbeschluss kann die Planung der Freiflächen konkretisiert werden. Die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung wird die Beteiligten regelmäßig zu einem Runden Tisch einladen. In der Ehrenbürgstraße besteht die einmalige Chance, an einem Ort Geschichte, Kunst und Handwerk zu vereinen und mit gegenseitigen Impulsen zu bereichern.

Wer sich über die Geschichte des Zwangsarbeiterlagers informieren möchte, dem empfehlen wir das Buch „Zwangsarbeit in München – Das Lager der Reichsbahn in Neuaubing“, erhältlich im Stadtteilladen an der Friedrichshafener Straße 11