Ausgangslage

Das ehemalige Zwangsarbeiterlager ist, neben dem in Berlin-Schöneweide, eines der letzten baulichen Zeugnisse dieser Art aus der Zeit im Nationalsozialismus in ganz Deutschland. Auf dem Grundstück, des im Jahr 1942 geplanten und bis zum Jahr 1945 genutzte Lagers, sind acht der ursprünglich elf geplanten Baracken erhalten. Das Areal des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers ist geprägt durch seine heute bestehende soziokulturelle Nutzung, insbesondere durch Handwerker/Innen und Künstler/Innen sowie der Kinder- u. Jugendfarm und einer Kindertagesstätte. 

Im Frühjahr 2014 wurde die Baracke 5 im Sinne des Erhalts dem Kommunalreferat der Landeshauptstadt München übertragen und die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) seitens des Kulturreferates mit der Planung und Durchführung der Erhaltungsmaßnahmen beauftragt.

Im Herbst 2015 wurden die konservatorisch und statisch aufwändigen Maßnahmen abgeschlossen.

Ziele

Als Außenstelle des NS-Dokumentationszentrums soll hier ein Lern- und Erinnerungsort eingerichtet werden. Das gesamte Ensemble soll als geschichtlich bedeutender Ort erhalten und erfahrbar gemacht werden. Zu diesem Zweck ist ein bestandsorientiertes Konzept erarbeitet worden. Die heutige soziokulturelle Nutzungsvielfalt und die künftige Rolle des Ortes sollen bestmöglich in Verbindung gebracht werden. Eine Einbindung der Akteure in die Entwicklung des Areals ist angestrebt.

Umsetzung

In das Erscheinungsbild des Areals soll so wenig wie möglich, aber so viel wie unter denkmalschutzpflegerischen Gesichtspunkten notwendig, eingegriffen werden. Sowohl der bestandsorientierte Erhalt des Ensembles, als auch die Sichtbarmachung der bisherigen Zeitschichten ist ein besonderes Beispiel für einen lebendigen Umgang mit der Geschichte. Hier soll gezeigt werden, dass dort, wo einst ein totalitäres Regime seine menschenverachtende Macht ausübte, heute Kreativität und Lebensfreunde möglich sind.

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