Ausgangslage

Auf dem Gelände der Ehrenbürgstraße 9 sind acht Baracken eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers erhalten, in dem während der NS-Herrschaft ca. 1.000 „Fremdarbeiter“ verschiedener Nationalitäten untergebracht waren, die vorrangig für das nahe gelegene Reichsausbesserungswerk (RAW) arbei-teten. Es handelt sich um das einzige noch erhaltene Lagerensemble dieser Art in Süddeutschland und steht unter Denkmalschutz.
Heute zeichnet sich das Gelände durch eine besondere, seit Jahrzehnten gewachsene soziokulturelle Vielfalt aus. Die verbliebenden Baracken werden von Künstlerinnen und Künstlern, Handwerkerinnen und Handwerkern, einer privat betriebenen Kindertagesstätte und von der Kinder- und Jugendfarm genutzt. Viele der derzeitigen Nutzer haben einen wichtigen Teil zum Erhalt des Geländes beigetragen. Das Areal befindet sich im Eigentum der LH München.

Ziele

Im Spannungsfeld zwischen historischer Bedeutung und gegenwärtiger Nutzung soll ein öffentlich begehbarer, lebendiger Erinnerungsort entstehen. Die Konzeption für die denkmalgerechte Sanierung des Geländes berücksichtigt den längerfristigen Verbleib der dort ansässigen Kinder- und Jugendfarm, der Künstlerinnen und Künstler sowie der Handwerkerinnen und Handwerker bzw. deren Wiedereinzug nach der Sanierung. Als Dependance des NS Dokumentationszentrums werden in leer bzw. teilweise leer stehenden Baracken Ausstellungs- und Vermittlungsräume eingerichtet. Insbesondere der Innenhof, der ehemaligen Appellplatz, soll ein Ort der Kommunikation zwischen den Besuchern der Gedenkstätte, den ansässigen Mietern und der Nachbarschaft werden.

Umsetzung

Das Gelände wurde 2015 von der Landeshauptstadt München erworben. Als erste Maßnahme wurde die Baracke 5 2015 und 2016 durch konservatorisch aufwändige Erhaltungsmaßnahmen gesichert. 2018 hat der Stadtrat der Finanzierung der planerischen Vorbereitung der Gesamtsanierung, der Umsetzung vorgezogener Sofortmaßnahmen und dem Ausstellungskonzept des NS Dokumentationszentrums zugestimmt. 

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